Weltraum-basiertes AIS

Ein wichtiges System für die globale maritime Überwachung ist das automatische Identifikationssystem – AIS, welches logistische und Navigationsdaten von Schiffen per Funk versendet. Diese Daten können von Satelliten empfangen und in Zentralen am Boden ausgewertet werden. Der Nutzen dieser Informationen liegt in der globalen Erfassung des Schiffverkehrs zur logistischen Planung, z.B. von Ent- und Beladevorgängen in Häfen, als auch zur Überwachung von Seegebieten und Schifffahrtsrouten. Hauptkriterium für die Leistungsfähigkeit ist dabei das Aktualisierungsintervall und die Zeitverzögerung, mit denen die AIS-Daten beim Nutzer empfangen werden.

Bei dem satellitengestützten Empfang von AIS-Daten treten Kollisionen zwischen den Datenpaketen unterschiedlicher Schiffe auf, da der Satellit auf Grund seiner Höhe von ca. 600km eine deutlich größere Anzahl an Schiffen gleichzeitig „sehen“ und empfangen kann als eine Bodenstation. Die Herausforderung liegt daher darin, diese Kollisionen durch innovative Antennentechnik und Prozessierung am Boden oder im Satelliten aufzulösen und so möglichst wenige AIS-Daten zu verlieren.

In Europa werden von der ESA und der Europäischen Kommission verschiedene Aktivitäten zur Entwicklung von satellitengestütztem AIS-Empfang durchgeführt. OHB-System leitet dabei zusammen mit anderen Firmen die Hauptstudie der ESA zur Definition und Auslegung einer europäischen AIS-Satellitenkonstellation. Ebenfalls leitet OHB-System eine Studie zum Design einer Demonstrationsmission für die Überwachung der Meere.