Europäisches Satellitennavigationssystem

In einer gemeinsamen Initiative der Europäischen Union und der Europäischen Raumfahrtagentur ESA soll ein unabhängiges europäisches Satellitennavigationssystem entwickelt werden. Dieses weltweite System wird zugleich komplementär zum amerikanischen GPS-System sein.

Das von der EU geförderte Projekt schließt alle Aspekte der System-Gesamtarchitektur mit ein. Die Vergabe der Arbeitspakete für das Gesamtsystem erfolgt in sechs Segmenten. Auftraggeber ist die EU, beschaffende Agentur die ESA. 

OHB-System bietet im Space Segment als Hauptauftragnehmer für den Bau der 28 neuen Satelliten des Navigationssystems an. Partner in diesem OHB-geführten Konsortium und verantwortlich für die Nutzlast ist das britischen Unternehmen Surrey Satelllite Technology Ltd. (SSTL).

OHB-System hat über 25 Jahre Erfahrung in Entwicklung, Bau, Integration und Betrieb von Satelliten und Satellitenkonstellationen. Insbesondere das SAR-Lupe Projekt zählt hier zu der relevanten Expertise. Diese aus 5 Radarsatelliten bestehende Konstellation wurde trotz stringentester Kosten- und Zeitvorgaben für die Bundeswehr implementiert. Der Auftrag umfasst die Entwicklung, sowie Bau, Integration, Start und zehnjährigen Betrieb der Konstellation. Auch für die ESA war und ist OHB bereits tätig, so z.B. im Rahmen des SGEO-Projektes im Rahmen von ESA’s ARTES-11 Programm.

SSTL hat große Erfahrung auf dem Gebiet von innovativen und kostengünstigen Kleinsatelliten. Jüngst hat SSTL für einen deutschen Kunden die aus 5 Satelliten bestehende RapidEye Konstellation fertiggestellt und erfolgreich gestartet. SSTL ist durch die ebenfalls erfolgreiche Umsetzung von Giove-A auch bereits seit mehreren Jahren im Programm für das europäische Navigationssystem involviert. ESA erklärte diese Mission im Jahre 2008 zu einem „full mission success“.


Status:

OHB-System hat im Januar 2010 den Zuschlag der Europäischen Kommission zum Bau der ersten 14 Satelliten des europäischen Navigationssystems mit einem Volumen von 566 Millionen Euro erhalten. OHB wird dabei die Plattform entwickeln und bauen und darüber hinaus die Hauptauftragnehmerrolle für die Satelliten übernehmen. Die englische Firma Surrey Satellite Technology Ltd. (SSTL) wird die Nutzlast entwickeln und bauen. Die Satelliten werden in Bremen bei OHB endmontiert. Der erste Start zweier Satelliten ist für Ende 2012 vorgesehen.