Navigation

Positionsbestimmung und Satellitennavigation gehören inzwischen zu den alltäglichen Anwendungen. Und das, obwohl diese Technologie lange Zeit militärisch geheim gehalten wurde und erst seit Beginn des neuen Jahrtausends auch für zivile Bereiche sichere Navigation zulässt.

Weltweit bekannt und lange Zeit einzig verfügbar war und ist das amerikanische Global Positioning System (GPS). Dieses System wurde Mitte der 1970er Jahre im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums entwickelt und bis zur vollen Funktionsfähigkeit Mitte der 90er Jahre ausgebaut. Durch eine künstliche Signalverschlechterung (Selective Availability = SA) in den Satelliten wurden nicht-autorisierte Benutzer jedoch von einer genauen Positionsbestimmung zeitweise ausgeschlossen. Zwar wurde das SA im Mai 2000 abgeschaltet, dennoch ist eine erneute Inbetriebnahme des SA seitens der USA jederzeit möglich, sofern es die Sicherheitslage erfordern sollte. Seit dem Zeitpunkt des Abschaltens lässt sich der Siegeszug mobiler Navigationsgeräte für jeden Fahrzeugtyp oder die Ortung über das Mobiltelefon nicht mehr aufhalten.

Da GPS aber weiterhin kein rein ziviles System ist und die USA nach wie vor uneingeschränkt darüber verfügen können, haben sich die Regierungen der großen Raumfahrtnationen Russland, China und Europa das Ziel gesetzt, eigene Systeme zu entwickeln. Russland verfügt über das bis dato ausschließlich militärisch genutzte GLONASS-System. China hat bereits Satelliten für sein BEIDOU/COMPASS-System gestartet.

Europa hat beschlossen, ein eigenes globales Navigationssystem Galileo* zu errichten. Das System besteht aus 24  in drei Ebenen angeordneten operativen Satelliten (plus Reserve-Satelliten) sowie einem weltweiten Netz an Bodenstationen.

Die OHB System AG wurde von der Europäischen Weltraumorganisation ESA mit der Fertigung von allen Galileo FOC-Satelliten (Full Operational Capability) beauftragt (derzeit 34 Stück). Hierbei handelt die ESA im Auftrag der Europäischen Kommission. Parallel arbeiten die Expertinnen und Experten der OHB System AG an Konzepten für die nächste Satellitengeneration und für weitere Dienste, die sie erbringen soll.

Auf der Website des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sind die wichtigsten Informationen rund um Galileo in einer einer Broschüre zusammengefasst.

* Die Phase bis zum Erreichen der vollen Einsatzkapazität des Galileo-Programms wird von der Europäischen Union verwaltet und in voller Höhe von ihr finanziert. Die Europäische Kommission und die Europäische Weltraumorganisation (ESA) haben eine Übertragungsvereinbarung unterzeichnet, gemäß der die ESA im Auftrag der Kommission als die für den Entwurf und die Beschaffung verantwortliche Stelle handelt. Die hier getroffenen Aussagen sind auf keinen Fall als Wiedergabe des offiziellen Standpunkts der Europäischen Union bzw. der ESA anzusehen. Galileo ist ein eingetragenes Warenzeichen von EU und ESA gemäß HABM Antrag Nr. 002742237.