31.07.2009

Strahlungsexperiment DOSIS liefert erste Daten aus dem Columbus-Labor der ISS

Bremen, den 31. Juli 2009 – Nach der Inbetriebnahme des Strahlungsmessgerätes DOSIS vor zwei Wochen, wurden heute erstmals Messdaten von der Internationalen Raumstation ISS zur Erde gesendet. Von den Messungen erhoffen sich die beteiligten Forscher Informationen darüber, wie die Astronauten sich vor der Strahlenbelastung schützen können und so ihre Aufenthaltsdauer im All verlängert werden kann.

DOSIS soll dauerhaft die Strahlungsumgebung im Columbus-Labor vermessen und aufgezeichnet werden. Die kosmische Strahlung ist eine Gefahrenquelle für den Menschen im All, deren gesundheitliche Belastung die Dauer von Langzeitmissionen begrenzt. Auf der Umlaufbahn der ISS ist der Schutz des Erdmagnetfelds vor der kosmischen Strahlung wesentlich schwächer als auf der Erde und lediglich die Außenhaut der Station schirmt einen Teil der belastenden Strahlung ab.

Das Experiment beinhaltet zwei "aktive" Detektoren, die an dem von der OHB-System AG im Hauptauftrag entwickelten und gebauten Forschungsmodul EPM (European Physiology Module) angebracht sind. Sie zeichnen zeitliche Veränderungen der kosmischen Strahlung auf. Ihre gesammelten Daten werden einmal pro Monat zur Erde übertragen. Außerdem gibt es insgesamt 13 kleinere, "passive" Detektoren, die im gesamten Columbus-Labor verteilt sind, um die räumliche Verteilung der Strahlung zu vermessen. Sie werden nach ca. sechs Monaten zur Auswertung auf die Erde zurückgebracht und durch neue Detektoren ersetzt.

Die wissenschaftliche Ausrüstung für DOSIS wurde vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der Universität Kiel entwickelt. OHB ist im Auftrag der ESA verantwortlich für die Anbindung an das EPM und für die Integration in das Nutzungsprogramm der ISS.

Das EPM und die dazugehörigen wissenschaftlichen Instrumente werden inzwischen häufig von den sechs Astronauten der ISS-Crew für physiologische Untersuchungen genutzt. So führten der kanadische Astronaut Robert Thirsk und der belgische Astronaut Frank DeWinne weitere Versuche des „Neurospat“-Experiments erfolgreich durch, bei dem untersucht wird, ob und wie der Langzeitaufenthalt im All die dreidimensionale Wahrnehmung des Menschen beeinflusst. In den Wochen davor wurden die Experimente SOLO und CARD durchgeführt. SOLO befasst sich mit den Mechanismen des menschlichen Salz- und Flüssigkeits-Haushalts unter Schwerelosigkeit. CARD untersucht die Anpassung der Herz-Leistung und des Blutdrucks an die fehlende Schwerkraft.

Weitere Experimente sind bereits in Vorbereitung, darunter das ebenfalls mit Hilfe von EPM betriebene FLYWHEEL, ein von OHB entwickeltes und gebautes Fitnessgerät, mit dessen Hilfe die Astronauten trainieren und Gesundheitsproblemen wie Muskel- und Knochenschwund entgegen wirken sollen.

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