08.02.2013

Forschung: Wie ändert sich die räumliche Wahrnehmung im Weltraum?

OHB unterstützt erfolgreichen Abschluss des Neurospat-Experiments auf der ISS

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ESA-Astronaut André Kuipers an Board der ISS mit Neurospat-Experiment (Quelle: ESA)

In der schwerelosen Umgebung im Weltraum ändern sich nicht nur die Blutzirkulation und andere physikalischen Körperfunktionen (Muskeln), sondern auch das Gleichgewichtsempfinden und die räumliche Wahrnehmung. Das ISS-Experiment „Neurospat“ untersucht die räumliche Wahrnehmung und sensomotorische Anpassung an die schwerelose Umgebung der ISS mit Hilfe von visueller Stimulation und gleichzeitigen EEG-Messungen. Die Erkenntnisse aus diesen Experimenten dienen zum besseren Verständnis von Problemen mit der Bewegungswahrnehmung auf der Erde.

Am gestrigen Donnerstag hat der kanadische Astronaut Chris Hadfield im europäischen Columbus-Modul der Internationalen Raumstation ISS, welches vor genau fünf Jahren (am 7. Februar 2008) mit dem Space Shuttle „Atlantis“ gestartet worden ist, seine zweite Session des EPM-Experiments „Neurospat“ durchgeführt. Die Experimentdaten werden heute zum Boden übertragen. Hadfield ist der fünfte und letzte Astronaut, der jeweils zwei Neurospat-Experimentdurchläufe erfolgreich absolviert hat. Die Experimentreihen werden möglichst direkt nach der Ankunft auf der Raumstation und dann wieder nach 60 Tagen Aufenthalt durchgeführt. Anschließend werden die Experimentdaten für die wissenschaftliche Auswertung zum Boden gesendet. Die Wissenschaftler sind mit den bisherigen Messergebnissen höchst zufrieden und wünschen sich für eine bessere statistische Absicherung der Ergebnisse eine Erweiterung der Messreihe um fünf zusätzliche Astronauten.

Experimententwicklung, Missionsplanung und Durchführung wurden von dem Bremer Raumfahrtunternehmen OHB System AG unterstützt. Das von OHB entwickelte und gebaute wissenschaftliche EPM-Experimentrack (European Physiology Modules Facility) wird für die Neurospat-Experimentdurchführung genutzt. Das EPM ist eines der am häufigsten genutzten Forschungseinrichtungen auf der ISS. Alleine im letzten Jahr wurden acht unterschiedliche Experimentzyklen aus den Bereichen Neurophysiologie, Stoffwechsel, Strahlung, Herz-Kreislauf in mehreren Durchgängen durchgeführt.

Zukünftig sollen nicht nur humanphysiologische Experimente am EPM durchgeführt werden, sondern auch physikalische Forschung betrieben werden. Hierzu ist eine Experimentserie zur Physik komplexer Plasmen geplant. Die dazugehörige Experimentiereinrichtung „Plasma-Kristall 4“, entwickelt von der OHB-Tochter Kayser Threde GmbH in München, wird derzeit mit den EPM Bodenmodellen getestet und soll im nächsten Jahres auf der ISS in Betrieb genommen werden.

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