03.06.2009

ISS-Astronauten experimentieren mit Forschungsmodul EPM

Nachdem am 27. Mai die Langzeitbesatzung der Internationalen Raumstation ISS um drei auf nun sechs Astronauten verstärkt wurde, kann heute erstmalig das European Physiology Module (EPM) in vollem Umfang für Experimente unter Schwerelosigkeit eingesetzt werden. Das EPM wurde von der OHB-System AG in Bremen im Hauptauftrag entwickelt und gebaut. Es ist Bestandteil des europäischen Forschungslabors Columbus, das im Februar 2008 an die ISS andockte.

Die erste Versuchsreihe, die die volle Leistungsfähigkeit des EPM ausnutzt, ist das heute beginnende „NeuroSpat“-Experiment. In diesem Experiment wird untersucht, ob und wie der Langzeitaufenthalt unter Schwerelosigkeit die dreidimensionale Wahrnehmung des Menschen beeinflusst. Die Untersuchungen werden heute und morgen von den Astronauten Bob Thirks (Kanada) und Frank De Winne (Belgien), unter Hilfestellung des jeweils anderen durchgeführt. Während des Experiments befindet sich die Versuchsperson frei schwebend in der Kabine des Columbuslabors, trägt eine EEG-Kappe zur Messung der Gehirnströme, schaut durch eine Maske eines optischen Tunnel auf den Bildschirm eines Laptops und muss dabei verschiedene Aufgaben zur räumlichen Wahrnehmung lösen.

Das NeuroSpat-Experiment haben beide Astronauten bereits auf der Erde unter normaler Gravitation durchgeführt, führen es je zwei Mal auf der ISS unter Schwerelosigkeit aus und wiederholen es schließlich ein weiteres Mal auf der Erde möglichst kurz nach ihrer Landung. Die Ergebnisse der Versuchsreihen werden später miteinander verglichen und liefern so erste Anhaltspunkte über die veränderte räumliche Wahrnehmung des Menschen im Weltraum.

Die Durchführung aller Experimente wie NeuroSpat wird von OHB-Experten direkt an der Konsole der EPM-Bodenkontrollstation im französischen Toulouse unterstützt.

Neben dem EPM war OHB an sämtlichen ESA-Forschungsmodulen des Columbus-Labors, wie dem Biologie-Labor BIOLAB oder dem Fluid-Forschungslabor Fluid Science Laboratory maßgeblich beteiligt. Im nächsten Monat soll das von OHB entwickelte und gebaute Fitnessgerät Flywheel in Betrieb genommen werden. Das Flywheel ist eine Art Rudergerät mit einem Schwungrad, mit dessen Hilfe sich die Astronauten fit halten und Gesundheitsproblemen wie Muskel- und Knochenschwund entgegen wirken sollen.

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