05.10.2017

Nachschlag für OHB: Europäische Kommission beauftragt vier weitere Galileo-Satelliten

Im November 2016 wurden vier Satelliten aus dem Hause OHB System AG gestartet  (c)ESA/CNES/ARIANESPACE
Im November 2016 wurden vier Satelliten aus dem Hause OHB System AG gestartet (c)ESA/CNES/ARIANESPACE

Bremen 05.10.2017 - Die Europäische Kommission hat eine der vertraglich vereinbarten Optionen gezogen und OHB System AG mit vier weiteren Satelliten für das Europäische Satellitennavigationssystem Galileo beauftragt. Erst im Juni 2017 war dem Bremer Satellitenhersteller im Rahmen der dritten Ausschreibung der Zuschlag für acht Galileo FOC*)-Satelliten erteilt worden. „Die Qualität unserer Navigationssatelliten hat ein weiteres Mal für sich gesprochen. Ich bin der Europäischen Kommission und der Europäischen Weltraumagentur ESA sehr dankbar für das in uns und unsere Partner gesetzte Vertrauen“, sagt Marco Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB SE.

„Nach Abschluss der Arbeiten an den im Juni beauftragten Satelliten werden wir nahtlos übergehen zur Fertigung der jetzt beauftragten vier Satelliten. Der ehrgeizige Zeitplan sorgt dafür, dass künftig sowohl im Weltraum als auch auf der Erde Reserve-Satelliten verfügbar sind“, ergänzt Dr. Wolfgang Paetsch, der für Navigation, Erdbeobachtung und Wissenschaft zuständige Vorstand der OHB System AG.

Der Vertrag über vier Satelliten hat ein Volumen von 157,75 Mio. Euro. Wie bei den vorangegangenen Beauftragungen ist die OHB System AG als Hersteller der Satellitenplattform und Systemführer für das Satellitenkonzept, die Satellitenplattform, die Integration der Satelliten und deren Verifikation zuständig. Außerdem unterstützt das Unternehmen die notwendigen Aktionen während der Startvorbereitungen und der In-Orbit-Verifikation. Der Vertrag erhöht die Anzahl der bei der OHB System AG georderten Galileo-Satelliten auf insgesamt 34. 14 dieser Navigationssatelliten befinden sich bereits im Weltraum. Der weitere Ausbau der Satellitenkonstellation wird schrittweise erfolgen.

Künstlerische Darstellung einer Ariane 6 Rakete mit zwei Boostern (c) ESA–David Ducros
Künstlerische Darstellung einer Ariane 6 Rakete mit zwei Boostern (c) ESA–David Ducros

Montagearbeiten für Ariane 6 Rakete laufen im Oktober an
Die 750 Kilogramm schweren Satelliten aus der dritten Charge sollen mit Ariane 6 2 Raketen in ihren jeweiligen Orbit in zirka 23.000 Kilometern Höhe gebracht werden. MT Aerospace AG, ein Tochterunternehmen der OHB SE, ist im Ariane-Programm der größte Zulieferer außerhalb der Ariane-Gruppe. Das Augsburger Unternehmen liefert fast alle Tank- und Strukturbauteile der neuen Rakete. „Die Fertigung dafür beginnt Anfang 2018 in den dafür neu gebauten Hallen in Augsburg“, sagt Hans J. Steininger, Vorstandsvorsitzender der MT Aerospace AG. „In Kürze werden wir die Komplettierung der Oberstufentanks der Ariane 6 in der eigens dafür gebauten 4.000 Quadratmeter großen MT-Halle am Bremer Flughafen beginnen.“

Über das Galileo-System
Das Europäische Satellitennavigationssystem Galileo ermöglicht Menschen in Europa und auf der ganzen Welt eine Vielzahl verschiedener Dienste zur Positionsbestimmung, Navigation und Zeitbestimmung. Im Rahmen der dritten Ausschreibung wurden im Juni 2017 acht und nun weitere vier Satelliten an die OHB System AG vergeben, um die bisher gefertigten 26 Satelliten zu ergänzen. Derzeit befinden sich insgesamt 18 Satelliten im Orbit. Erste Dienste des Galileo-Systems werden seit 15. Dezember 2016 angeboten – ein erster Schritt hin zum Gesamtbetrieb. Mit weiteren Satellitenstarts wird die Konstellation weiter ausgebaut. Dies erhöht schrittweise die Leistungsfähigkeit weltweite Verfügbarkeit des Systems.
Weitere Informationen zu Galileo finden sich auf den Seiten der ESA: http://www.esa.int/esasearch?q=Galileo&r=lokale_nachrichten_deutschland
und http://www.esa.int/Our_Activities/Navigation

*) Die Phase bis zum Erreichen der vollen Einsatzkapazität (FOC – full operational capability) des Galileo-Programms wird von der Europäischen Union gesteuert und finanziert. Zwischen der Kommission und der ESA ist ein Delegationsvertrag abgeschlossen worden, nach dem die ESA im Auftrag der Kommission als Design- und Beschaffungsstelle auftritt. Die Aussagen dieser Pressemitteilung spiegeln in keiner Weise die offizielle Meinung der Europäischen Union bzw. der ESA wider. „Galileo“ ist ein Warenzeichen der EU und der ESA gemäß HABM-Antrag Nr. 002742237

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