19.01.2007

Satellit SAR-Lupe 1 ist erfolgreich in Betrieb genommen und liefert hervorragende Bilder

Genau einen Monat umkreist der erste deutsche Aufklärungssatellit des SAR-Lupe-Systems nun die Erde. In den vergangenen Tagen wurden mehrfach auch hochaufgelöste Radarbilder generiert. Der Satellit hat damit seine volle Funktionsfähigkeit unter Beweis gestellt.

„Wir sind sehr stolz auf das hervorragende Ergebnis, das wir mit diesem ersten SAR-Lupe-Satelliten erzielt haben.“, äußert sich Prof. Manfred Fuchs, Vorstandsvorsitzender der OHB-System AG, zufrieden. Das Bremer Raumfahrtunternehmen ist Hauptauftragnehmer für das SAR-Lupe-System.

Der erste von insgesamt fünf Radarsatelliten wurde am 19. Dezember 2006 mit einer russischen COSMOS 3M-Rakete in seine erdnahe Umlaufbahn in 500 Kilometern Höhe gebracht. „Vom Start bis zu den Bildaufnahmen ist alles reibungslos verlaufen“, ergänzt Fuchs. Der Satellit meldete sich kurz nach dem Start über die Bodenstation Kerguelen im südlichen Indischen Ozean. Bereits nach einer Stunde ist klar: der Satellit fliegt stabil in seinem vorgesehenen Orbit und kann erfolgreich kommandiert werden. Es folgen umfassende Tests der einzelnen Satellitensubsysteme. Ein erstes Highlight nach zwei Tagen ist das erfolgreiche Ausklappen des Antennenarms. Das ist das einzige bewegliche Element am Satelliten, das in seine richtige Position gebracht werden muss. Dieses Manöver verläuft einwandfrei zwei Tage nach dem Start. Ein weiterer Meilenstein bei der Inbetriebnahme des Satelliten sind erste Lageregelungsmanöver kurz vor Jahreswechsel zur Vorbereitung der ersten Bildaufnahmen.

Am 8. Januar 2007 wurde die Satellitenkontrolle vom DLR-GSOC an die militärische Bodenstation übergeben. Das Radarsystem zur Aufnahme von SAR-Bildern wurde von dort aus in Betrieb genommen. Nur von der Bodenstation der Bundeswehr in Gelsdorf können Bildaufträge an den Satelliten übermittelt, und die aufgenommenen Bilder empfangen werden. Das erste SAR-Lupe Radarbild wurde am vergangenen Freitag aus dem Orbit gewonnen. Bis gestern Abend wurden Bilder in allen vorgesehenen Modi und Auflösungen generiert.

Die Funktionsfähigkeit der gesamten Bildaufnahmekette ist somit demonstriert. Dies umfasst die Funktionen des Bodensegments, die Lagekontrolle des Satelliten, den Radar Sende- und Empfangszweig, den Datentransfer zum Boden als auch die Bildprozessierung. Die Qualität der Bilder entspricht vollständig den Erwartungen.

„Der Satellit funktioniert sehr gut und mit den bisher erzielten Bildergebnissen sind wir mehr als zufrieden“, so Wolfgang Perkert, Projektleiter des Auftraggebers, dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB), der sich Mitte dieser Woche in Gelsdorf von dem erfolgreichen Projektverlauf überzeugte.

Der nächste SAR-Lupe-Satellit soll im Juli in den erdnahen Orbit folgen, das Gesamtsystem dann bis 2008 fertiggestellt sein.

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