09.08.2007

Space Shuttle Endeavour erfolgreich gestartet: Weiterer Aufbau der Internationalen Raumstation mit viel Bremer Technologie

Nach dem erfolgreichen Start der Raumfähre Endeavour letzte Nacht um 0.36 Uhr MESZ, blicken die Experten des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB-System AG zuversichtlich auf den Start der folgenden Shuttle-Missionen im Oktober und Dezember dieses Jahres. Im Herbst soll der zweite Verbindungsknoten Harmony zur ISS gebracht werden, an den am 6. Dezember das Europäische Weltraumlabor Columbus angedockt wird. An beiden Missionen hat die OHB-System bedeutende Anteile.

Astronauten-Fitnessgerät bereit zum Einsatz auf der Internationalen Raumstation ISS

Erst kürzlich hat OHB ein Astronauten-Fitnessgerät, das Flywheel, an das Kennedy Space Center in Florida ausgeliefert. Dort wurde es von Experten der amerikanischen Raumfahrtbehörde NASA um die erfahrene Astronautin Marsha Ivins begutachtet und getestet. Das Flywheel soll Ende des Jahres im ETC Rack (European Transport Carrier), ebenfalls entwickelt und gebaut von OHB, mit COLUMBUS zur Raumstation gebracht werden. OHB hat diesen weltraumtauglichen Trainer im Auftrag der Europäischen Raumfahrtagentur ESA entwickelt und gebaut.

Die Astronauten sind im Weltraum Muskel- und Knochenschwund und Kreislaufschwäche ausgesetzt, da ihre Körper nicht der Erdanziehung entgegen wirken müssen. Um diesen Gesundheitsproblemen zu begegnen, muss gerade im Weltraum regelmäßig Sport getrieben werden.

OHB liefert medizinisches Labor für die Internationale Raumstation

An Bord von COLUMBUS wird sich unter anderem ein Forschungslabor für human-physiologische Untersuchungen befinden, das unter Leitung des Bremer Raumfahrtunternehmens OHB-System AG für die Europäische Raumfahrtagentur ESA entwickelt und gebaut wurde.

Das Flugmodell des EPM (European Physiology Modules Facility) genannten Forschungslabors ist bereits in COLUMBUS integriert und wartet auf seinen Einsatz im All.

EPM setzt sich aus mehreren Modulen zusammen, mit denen die Astronauten verschiedene Untersuchungen durchführen können. Eines dieser Module ist Cardiolab. Es beinhaltet ein von der OHB-Tochter STS entwickeltes medizinisches Diagnosesystem für den Herz-/Kreislaufapparat der Astronauten. Das von der französischen Firma EREMS entwickelte MEEMM-Modul ist für neurologische Messungen. Weitere vorgesehene Module dienen beispielsweise zur Messung der Knochendichte.

Die human-physiologischen Untersuchungen in der Schwerelosigkeit gewinnen insbesondere unter dem Aspekt geplanter bemannter Missionen zum Mond oder Mars zunehmend an Bedeutung.

Erstes Experiment für das biologische Forschungslabor BIOLAB kommt von OHB

Das Bremer Raumfahrtunternehmen OHB-System AG baut das erste Experiment für das biologische Forschungslabor BIOLAB in COLUMBUS. In der Versuchsanlage mit dem Namen WAICO wird das Wurzelwachstum der Acker-Schmalwand-Pflanze unter verschiedenen Stufen der Schwerkraft sowie in Schwerelosigkeit untersucht. Der Auftrag kommt von der Astrium GmbH, Friedrichshafen.

OHB liefert wichtige Subsysteme für Fluid Science Lab der Raumstation

Für das physikalische For-schungslabor FSL (Fluid Science Lab) in COLUMBUS hat OHB die Power Control Unit (PCU) und die Video Management Unit (VMU) zur Aufzeichnung, Bearbeitung und Übertragung der experimentellen Bild- und Wissenschaftsdaten geliefert. Mit dem Fluid Science Lab sollen in der Schwerelosigkeit des Alls Erkennt-nisse über Material- und Energietransport sowie Oberflächen-phänomene von Flüssigkeiten und Gasen gewonnen werden. Das bessere Verständnis dieser Phänomene ist von großer Bedeutung für die optimierte Nutzung von Fluid-Ressourcen auf der Erde, z.B. bei Verbrennung, Schmierung, Lackierung und anderen technischen Prozessen.

Für den Europäischen Experimentalschrank EDR (European Drawer Rack) wurde ein ähnlich leistungsfähiges System von OHB gebaut.

Zweites Knotenelement wir getragen von OHB-Struktur

Für das Knotenelement 2, getauft Harmony, das im Oktober 2007 zur ISS gebracht werden soll, kommen die Kabelbäume und die Sekundärstrukturen, die inneren Gerüste, aus dem Bremer Unternehmen. Als Knoten werden die Verbindungsmodule zwischen den Laboren der ISS bezeichnet. Der erste Knoten heißt Unity und ist bereits seit Dezember 1998 als zweiter Bestandteil der ISS auf seiner Bahn. Harmony folgt nun im Oktober 2007. Die Knoten ermöglichen den Zugang zu den verbundenen Laboren und darüber hinaus sind sie als Wohn-, Stau- und La-gerräume vorgesehen. Knoten 2 hat neben Schnittstellen für Columbus und das japanischen Modul eine Andockstation für die Spaceshuttle.

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