Projekt C.E.B.A.S.

  • entwickelt, realisiert und qualifiziert bei OHB-System im Auftrag des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), basierend auf Ideen von Blüm und Froese
  • 3 erfolgreiche Missionen an Bord eines Space Shuttles - STS-89, STS-90 (1998) und STS-107 (2003), Missionsvorbereitung und Support vor Ort durch OHB-System (11 bzw. 16-tägige Missionen)
  • Ausgangspunkt für weitere erdgebundene / raumfahrtgebundene Entwicklungen - AquaHab

Das Minimodul C.E.B.A.S. (Closed Equilibrated Biological Aquatic System) ist ein geschlossenes, künstliches, sich selbst stabilisierendes aquatisches Ökosystem. In diesem können verschiedene Wassertier- und -pflanzenarten auf der Erde sowie im Weltall (Middeck-Locker im Space Shuttle) mehrere Wochen kontrolliert inkubiert werden können.
Somit kann die Wirkung der im Weltraum herrschenden Bedingungen auf Einzelwesen sowie auf ein gesamtes Ökosystem wissenschaftlich erforscht werden.

Dabei können verschiedene biologische Disziplinen berücksichtigt werden, u.a.:

  • Ökophysiologie
  • Evolutionsbiologie
  • Gravitationsbiologie (einschließlich aller Hauptbereiche der Zoologie und der Botanik)
  • Forschung im Bereich Lebenserhaltungssysteme für die Anwendung im Weltraum sowie auf der Erdoberfläche

Das C.E.B.A.S. Minimodul zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Unterbindung eines Austausches von Gasen oder sonstigen Stoffen mit der Außenwelt
  • Höchstmöglicher Automatisierungsgrad
  • Standardisierte physikalisch-chemische Testbedingungen durch eine Mess- und Kontrolleinheit
  • Sicherung der für die betreffenden Tier- und Pflanzenarten erforderlichen Wassermengen

Diese Eigenschaften sind Grundlage für die Eignung zur weiteren Nutzung auch in erdgebundenen Anwendungen, u.a. in der Ökotoxikologie zur prospektiven Chemikalienbewertung bzw. zum Monitoring von Gewässerbelastungen.
Neben der Entwicklung, Realisierung und Qualifizierung wurde durch das OHB-System Life Sciences Team auch die Missionsdurchführung begleitet:

  • Koordination und Durchführung des Transports von Equipment, Modul und Organismen an das Kennedy Space Center (KSC), Florida, USA und zurück nach Deutschland
  • Aufbau und Betreuung einer Hatchery sowie eines Labors am KSC
  • Besatz und Übergabe des Systems an die NASA
  • Vorbereitung und Durchführung des Proben-Retrievals nach Missionsende

Zudem hat das OHB-System Team im Auftrag des DLR eine sog. "Ship & Shoot"-Studie durchgeführt.
Dabei konnte demonstriert werden, dass ein Bestücken des Systems mit Testorganismen in Deutschland mit anschließendem Transport an das KSC, Florida und anschließender unverzüglicher Übergabe an die NASA als Missionsalternative möglich ist. Aufgrund mehrerer potenzieller Unwegbarkeiten, vor allem beim Flugzeugtransport in die USA (Verspätungen, Stromunterbrechungen, etc.) wurde diese Alternative vom DLR jedoch nicht für die STS-107 Mission ausgewählt, sondern nach herkömmlichem Muster verfahren.

 
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