Heinrich Hertz - H2Sat

Mit der Heinrich Hertz Mission sollen neue Kommunikationstechnologien im Weltraum wissenschaftlich und technisch untersucht und getestet werden, wie z.B. Breitbandkommunikation, die hohe Datenraten zu mobilen Endnutzer bringen kann.

Zudem bietet die Mission Hochschulen, Wissenschaftsinstituten und der Industrie die Gelegenheit, eine Vielzahl von wissenschaftlich-technischen Experimenten durchzuführen. Mit der Wahl des deutschen SmallGEO-Satelliten der Firma OHB System wird gleichzeitig das von der ESA und der Bundesrepublik im ARTES 11-Programm konsequent verfolgte Ziel unterstützt, Systemkompetenz auf diesem Gebiet in Europa aufzubauen, sowie der Ausbau der Systemfähigkeit in Deutschland im Bereich Satelliten und Telekommunikationsnutzlasten ermöglicht.

Neu entwickelte Technologien sind in der Raumfahrt immer sehr weit von einer zukünftigen Nutzung entfernt. Auch umfangreiche Tests am Boden können einen experimentellen Test über einen längeren Zeitraum im Orbit nicht ersetzen. Die Ergebnisse solcher In-Orbit-Experimente können die Grundlagen für neue Technologien und Produkte schaffen. Da Satellitenbetreiber das zusätzliche technische Risiko scheuen, das bei der Einführung neuer Technologien entsteht, ist die wissenschaftlich-technische Verifikation neuer Technologien im Orbit für viele Raumfahrt-Produkte die essentielle Voraussetzung zur Konkurrenzfähigkeit. Durch nachgewiesene Raumflugfähigkeiten wird zum Erhalt und Ausbau des deutschen Know-hows bei Bus- und Nutzlastkomponenten beigetragen.

Neben dem wissenschaftlich-technischen Missionsanteil im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) werden bei der Heinrich-Hertz-Mission im Wege einer Kooperation mit dem Bundesministerium der Verteidigung (BMVg) zusätzliche und unabhängige Nutzlastkapazitäten für Kommunikationszwecke der Bundeswehr geschaffen.

Im Auftrag des DLR Raumfahrtmanagements (RFM) begleitet OHB die Technologieentwicklungen bis zur Flugreife und stellt die Kompatibilität der Geräte mit den Anforderungen einer Satellitenmission und der erheblichen Lasten, die bei einem Raketenstart auftreten sicher. Die Arbeiten werden zusammen mit der Firma TESAT Spacecom durchgeführt.

Details im Überblick:

Missionsziele:

Innovation

  • Erhalt und Weiterentwicklung deutscher Schlüsselkompetenzen in Nutzlast- bzw. Plattform-Technologien geostationärer Kommunikationssatelliten
  • In Orbit-Verifikation innovativer Technologien für Kommunikationssatelliten
  • Implementierung neuer Technologien zur Flexibilisierung des Satelliten und der Nutzlast im Orbit, um neue, zukünftige Anwendungen zu erproben

Kommunikation

  • Demonstration wissenschaftlich-technischer Kommunikationsexperimente im Ka- und Ku-Band unter Einbeziehung neuer Bodentechnologien
  • Verifikation von innovativen Boden-Technologien aus dem nationalen Förderprogramm Satellitenkommunikation
  • Wissenschaftlich-technische Experimentalplattform für Hochschulen, Institute und Industrie
  • Datenrelais für z.B. Erdbeobachtungsmissionen
  • Test von Daten- und Kommandolinks zur Erprobung zukünftiger, ziviler UAVs

Geostation

  • Nutzung der freien SmallGEO Plattform Kapazitäten durch den militärischen Mitflieger BMVg
  • Nutzung der Plattform SmallGEO zu einer konsequenten Fortführung der im Rahmen von ARTES-11 begonnenen Systementwicklungen

Status:

  • Phase A/B: erfolgreich abgeschlossen
  • Phase C/D: Ausschreibung läuft
  • geplanter Satellitenstart: 2021

Pressemeldung: